Kameraden bilden sich im Stauwehr an der Weser fort

Für Landesberger ist das Wohnen an der Weser und damit die Nähe zur Schleuse samt Stauwehr und Wasserkraftwerk selbstverständlich. Gelegentlich werden die Kameraden der Ortsfeuerwehr mit Einsätzen auf und an der Weser konfrontiert – meist in Form von Ölschäden oder Schiffsbränden im Binnenschiffverkehr.

Den älteren Feuerwehrkameraden ist jedoch auch noch ein historisches Ereignis präsent: Am 16.11.1971 kam es am Landesberger Stauwehr zu einer verheerenden Explosion. Bei Revisionsarbeiten war die trockengelegte Sektorkammer mit der Umgebungsluft in Berührung gekommen. Mutmaßlich durch die Vermischung der Außenluft mit methanhaltigen Faulgasen aus dem Weserschlamm, wurde damals unbewusst eine hochexplosive Atmosphäre geschaffen. Schweißarbeiten im Innern der Kammer führten schließlich zu einer Explosion, die in Kombination mit dem Wasserdruck der aufgestauten Weser einen der beiden 40 Meter langen Walzenkörper aus seinen Lagern hebelte. Das Oberwasser floss unkontrolliert durch die breite Öffnung der Stauanlage und riss den gesamten Walzenkörper mit. Zwei Mitarbeiter kamen dabei ums Leben.

Als erste Reparaturmaßnahme wurde damals ein vergleichbares Nadelwehr vor der Durchflussöffnung eingezogen, wie derzeit für die laufenden Revisionsarbeiten, so dass der Schiffsverkehr seinerzeit schon nach wenigen Tagen wieder aufgenommen werden konnte.

Am Freitagabend nutzten die Kameraden der ersten Dienstgruppe die laufende Revisionsphase zum Absolvieren einer Übung, die folgendes Szenario abbildete: Nach Instandsetzungsarbeiten wurden zwei Arbeiter vermisst. Es galt, die vermissten Personen zu finden und je nach Zustand und Fundort geeignete Rettungsmaßnahmen einzuleiten und abzuarbeiten. Besondere Herausforderungen für die Rettungstrupps stellten dabei die unbekannten räumlichen Gegebenheiten und die Enge der Zugänge dar. Das Aufrechterhalten ausreichender Lichtverhältnisse und die Funkkommunikation mit der Einsatzleitung und den Feuerwehrkameraden an der Oberfläche standen dabei ebenfalls im Fokus. Es galt zudem, die Eigensicherung der Einsatzkräfte im Innern des Walzenkörpers sicherzustellen. Mit einer speziell für die Revisionsarbeiten am Wehr vorgehaltenen schmalen Schleifkorbtrage konnte schließlich die Personenrettung durchgeführt werden. 

Unter Leitung von Sven Schlüter und geführt vom Kameraden Dietmar Hasselbusch, der beruflich mit der Betreuung dieser Anlagen betraut ist, stiegen die Feuerwehrkameraden bis in die Sektorkammer hinab und hatten die einmalige Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen der im Normalbetrieb unter Wasser befindlichen Anlageteile zu erlangen und auch die technischen Details der Wehrtechnik erläutert zu bekommen.

Zufrieden mit einem lehrreichen Ausbildungsdienst ließen die Kameraden den Freitagabend beim Grillen ausklingen.